Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen? (Amazon)
Eigentlich hatte ich mir mehr erhofft von diesem Psychothriller! Die Geschichte an sich ist wirklich sehr gut konzipiert. Eine Frau erwacht aus dem Koma und weiß wer sie ist, nur alle anderen scheinen sie nicht mehr zu erkennen. Auf der Suche nach ihrer Identität begibt sie sich in einen Strudel krimineller Machenschaften. Die Auflösung des ganzen ist wirklich erschreckend, aber auch ziemlich unrealistisch. Ich denke, von so einer Art Technologie sind wir noch ziemlich weit entfernt, auch wenn der Normalbürger nicht wissen kann, was die lieben Wissenschaftler so hinter verschlossenen Türen entwickeln.
Leider habe ich mir ziemlich schnell denken können, worauf das ganze hinauslaufen wird, obwohl der Autor versucht hat einige falsche Fährten zu legen. Das Verwirrspiel zum Ende hin war dann doch etwas zu viel des guten, zumal es mich auch nicht von meinem eigentlichen Verdacht abgebracht hat. Daher war das Ende dann auch nicht wirklich überraschend für mich.
Und auch von der Protagonistin bin ich nicht zu Hundert Prozent überzeugt. Irgendwie fand ich das ständige „Wo ist mein Sohn, was ist mit meinem Sohn“ mit der Zeit doch sehr nervig, auch wenn es sich zum Ende hin noch als wirklich wichtig herausgestellt hat. Alle anderen Personen waren ziemlich oberflächlich charakterisiert, sodass man sie als Leser gar nicht richtig greifen konnte.
Was mir gut gefallen hat, war der einfache, flüssige Schreibstil des Autors, ohne großartige medizinische Fremdwörter. Das Buch kann man ohne Probleme in ein, zwei Tage nebenbei lesen.
Fazit: Leichter Psychothriller für zwischendurch, gut geeignet für einen verregneten Nachmittag auf der Couch. Gut recherchiert, jedoch auch nicht herausragend. Daher von mir 3 von 5 Sternen.
Den neuen Thriller von Strobel werde ich mir trotzdem zulegen, da dieser in meiner Heimatstadt spielt!
Verlag: Fischer
338 Seiten
ISBN-10: 3596186315
ISBN-13: 9783596186310
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