Arno Strobel – Der Trakt

13 05 2010

Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen? (Amazon)

Eigentlich hatte ich mir mehr erhofft von diesem Psychothriller! Die Geschichte an sich ist wirklich sehr gut konzipiert. Eine Frau erwacht aus dem Koma und weiß wer sie ist, nur alle anderen scheinen sie nicht mehr zu erkennen. Auf der Suche nach ihrer Identität begibt sie sich in einen Strudel krimineller Machenschaften. Die Auflösung des ganzen ist wirklich erschreckend, aber auch ziemlich unrealistisch. Ich denke, von so einer Art Technologie sind wir noch ziemlich weit entfernt, auch wenn der Normalbürger nicht wissen kann, was die lieben Wissenschaftler so hinter verschlossenen Türen entwickeln.

Leider habe ich mir ziemlich schnell denken können, worauf das ganze hinauslaufen wird, obwohl der Autor versucht hat einige falsche Fährten zu legen. Das Verwirrspiel zum Ende hin war dann doch etwas zu viel des guten, zumal es mich auch nicht von meinem eigentlichen Verdacht abgebracht hat. Daher war das Ende dann auch nicht wirklich überraschend für mich.

Und auch von der Protagonistin bin ich nicht zu Hundert Prozent überzeugt. Irgendwie fand ich das ständige „Wo ist mein Sohn, was ist mit meinem Sohn“ mit der Zeit doch sehr nervig, auch wenn es sich zum Ende hin noch als wirklich wichtig herausgestellt hat. Alle anderen Personen waren ziemlich oberflächlich charakterisiert, sodass man sie als Leser gar nicht richtig greifen konnte.

Was mir gut gefallen hat, war der einfache, flüssige Schreibstil des Autors, ohne großartige medizinische Fremdwörter. Das Buch kann man ohne Probleme in ein, zwei Tage nebenbei lesen.

Fazit: Leichter Psychothriller für zwischendurch, gut geeignet für einen verregneten Nachmittag auf der Couch. Gut recherchiert, jedoch auch nicht herausragend. Daher von mir 3 von 5 Sternen.

Den neuen Thriller von Strobel werde ich mir trotzdem zulegen, da dieser in meiner Heimatstadt spielt!

Verlag: Fischer
338 Seiten
ISBN-10: 3596186315
ISBN-13: 9783596186310





Josef Peters – Paradox

16 11 2009

Josef Peters - ParadoxInhalt (Klappentext)

Haben Sie Interesse an ein wenig Naturwissenschaft?

Interessieren Sie sich ein wenig für Philosophie?

Haben Sie Spaß an Paradoxa?

Haben Sie einfach nur Lust auf Spannung?

Dann ist „Paradox“ genau der richtige Lesestoff.

Susanne Schlömer und Sebastian Wimmer arbeiten in der Grundlagenforschung zusammen mit Dr. Andres. Aber erst nachdem Dr. Andres ermordet wird, erkennen beide, woran eigentlich geforscht wurde und wie brisant ihre Forschung ist. Auf dem Weg den Mörder zu finden, werden die beiden zu Hauptverdächtigen, kommen sich gefühlsmäßig immer näher und geraten u. a. in Sevilla und Pirmasens in gefährliche Situationen bis zum endgültigen Showdown…

Der Autor

Josef Peters, Jahrgang 1963, lebt in Aachen. Er ist Diplom-Kaufmann und Lehrer an einem Berufskolleg. Sein erstes Buch, ein Schulbuch zur DV-gestützten Finanzbuchhaltung, veröffentlichte er im Jahr 2003. Mit diesem Buch erscheint nun sein erster Roman.

Meine Meinung

Ich bin mit sehr viel Neugier an dieses Buch rangegangen. Da ich den Autor kenne (vielen Dank noch mal für die Widmung!), war ich natürlich besonders gespannt auf sein erstes fiktionales Buch. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht!

Die Geschichte beginnt mit einer kurzen Vorstellung der beiden Hauptcharaktere Susanne Schlömer und Sebastian Wimmer. Ziemlich schnell wird deutlich, dass deren Forschungsarbeit im Zusammenhang mit dem Mord an ihren Vorgesetzen, Dr. Andres, steht. Eine Reihe von Paradoxa stellen sich als entscheidend für die Lösung des Falles heraus. Diese Abschnitte haben mir besonders gut gefallen. Der Leser wird zum mitdenken angeregt und kann selbst an den Rätseln knobeln, die Dr. Andres seinen beiden Mitarbeitern hinterlassen hat.

Der Schreibstil ist auch absolut so wie ich in mir vorgestellt/ erhofft hatte. Zwischendrin musste ich oft grinsen, denn einige Ausdrücke kamen mir doch sehr bekannt vor.

Leider war das Buch dann auch viel zu schnell zu Ende, mit seinen 172 Seiten hat man es doch sehr schnell durchgelesen. Aber wie der Autor mir selbst gesagt hat, soll es dem Leser ein, zwei nette und unterhaltsame Lesestunden bieten. Und das hat es auf jeden Fall!

Einen Kritikpunkt muss ich allerdings dann doch noch loswerden: Durch die Kürze der Geschichte wurden die beiden Charaktere natürlich nicht in aller Ausführlichkeit personifiziert, was ja auch nicht weiter schlimm ist, es geht ja hauptsächlich um die Kriminalgeschichte an sich. Was mich in dem Zusammenhang dann aber gestört hat, war, dass Schlömer und Wimmer plötzlich eine Liebesbeziehung hatten. Das war dann für meinen Geschmack doch etwas zu übertrieben.

Fazit:

Kriminalgeschichte mit Potential, für einen gemütlichen Leseabend bestens geeignet, ansprechender Schreibstil! Jemandem, der die oben stehenden Fragen mit einem eindeutigen „ja“ beantwortet, ist dieses Buch auf jeden Fall zu empfehlen.  3,5 von 5 Sternen

 

Verlag: Books on Demand
172 Seiten
ISBN-10: 3839124743
ISBN-13: 9783839124741








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